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Rolle und System: Entwicklung und Identität

Kursleitung
Drumi Dimtschev, Hameln

Morenos Wirken war eng mit seinem Leben verknüpft. Auch wenn sein Werk auf keinen Fall als abgeschlossen und einheitlich gilt, kristallisiert sich in seinen verschiedenen Theorien ein durchgängiges Bild vom Menschen heraus. Es gibt vier Dimensionen, die das menschliche Selbst erfassen: Spontaneität - Kreativität (innerer Selbst-Kern), Rollentheorie (Rollenselbst), Begegnung (Begegnungsselbst) und der kosmische Mensch (kosmisches Selbst). Diese Dimensionen sind gleichzeitig präsent und erfahrbar und prägen in ihrer Ganzheit ein optimistisches und hoffnungsvolles Bild vom Menschen.

In diesem Seminar werden wir uns mit der Rollentheorie beschäftigen. Unter Rollen verstand Moreno nicht etwas Fremdes und nur Gelerntes. Rollen sind aus seiner Sicht die aktuelle und greifbare Form, die das Selbst annimmt. Das Selbst drückt sich in den Rollen aus, nur durch die Rolle ist das (wahre) Selbst erlebbar und erfahrbar. Es gibt verschiedene Arten von Rollen (psychosomatische, psychodramatische und soziale), die sich voneinander und nebeneinander entwickeln und den Kern unserer Identität bilden. Rollenspielen bedeutet auch in Kontakt sein (mit anderen und mit sich selbst), Spontaneität und Kreativität entwickeln können und dadurch auch potenziell viel Spiel- und Spaßraum gewinnen.
Ein anderer Aspekt der Rollen ist ein systemischer. Jede Rolle bedeutet eine Fusion persönlicher und zwischenmenschlicher Elemente. Einerseits stehen Rollen dem individuellen Selbst zu. Andererseits ist eine Rolle immer komplementär zu einer (oder mehreren) anderen (Gegenrolle/n) und kann nie als eine in sich abgeschlossene Ganzheit existieren. Die Frau braucht in ihrer Mutterrolle ein Kind (in der Gegenrolle), das Kind in seiner Rolle braucht eine Mutter (in der Gegenrolle). Ohne Kind gibt es keine Mutter und umgekehrt. Und nicht nur das: Das Kind nähert sich an die Mutterrolle und "übernimmt" sie (wenn der Abgrenzungsprozess zu der Mutter vollzogen ist), um seine eigene Kind-Rolle "von außen" erleben zu können (im Rollentausch). Mutter und Kind teilen also einen gemeinsamen psychischen Raum, wo jeder die bewussten und unbewussten Rollenkomponenten des Anderen mitträgt und mitgestaltet. Das was wir in der einfachen Dyade (z.B. Mutter-Kind) beschrieben haben, könnte auch in einem weit komplizierteren System (z.B. Großfamilie) in einer viel komplexeren Form beobachtet werden.

Dieses Seminar bietet die Möglichkeit, sowohl Selbsterfahrungsaspekte unter dem Blickwinkel der Rollentheorie zu vertiefen wie auch diese Theorie in die eigene Praxis als Psychodrama-Leiter/Therapeut, Psychotherapeut oder Berater nutzen zu lernen.

Termin

Freitag24. April200919:00 - 22:00
Samstag25. April200910:00 - 20:00
Sonntag26. April200910:00 - 15:00

Zielgruppe

Dieses Seminar richtet sich an:

  • Fachkräfte psychosozialer Arbeitsfelder
  • Supervisor*innen, Coaches, Trainer*innen

Voraussetzung

Vorerfahrungen mit Psychodrama oder mindestens ein Jahr Weiterbildung in einer anderen Psychotherapiemethode.

Anrechenbarkeit

Akkreditierung

Das Seminar ist mit Bescheid vom 11.06.2008 von der Psychotherapeutenkammer Hamburg akkreditiert worden:
10 FP Kategorie Kenntniserwerb +
10 FP Reflexion

Kosten

Kursgebühr 200 €

Ort

Die Veranstaltung findet in Hamburg statt.

ISI - Institut für Soziale Interaktion
Bei der Christuskirche 4
20259 Hamburg

Literatur

Moreno, Jakob Levy
Gruppenpsychotherapie und Psychodrama. (1993)


Moreno, Jakob Levy
Psychodrama und Soziometrie. (1989)
ISBN 3926176237

Moreno, Jakob Levy
Die Grundlagen der Soziometrie. Wege zur Neuordnung der Gesellschaft. (1974)
ISBN B0000BSQ4Y

Von Ameln, Falko | Gerstmann | Kramer, Josef
Psychodrama: Grundlagen. (2014)

Flyer

Bemerkungen

Dieses Seminar ist auch als Einzel-Seminar zu buchen.

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