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Paartherapie

Kursleitung
Paul Gerhard Grapentin, Hamburg

Die Gründe, eine Paartherapie zu beginnen, sind recht vielfältig: Konflikte in der Partnerschaft, Bindung und Untreue, sexuelle Störungen, Fragen der sexuellen Orientierung, Trennung wie Fixierungen und phasentypische Veränderungen aufgrund des Lebensalters. Sie stehen häufig in direktem Zusammenhang mit affektiven Störungen (z. B. Depressionen), Angststörungen und anderen neurotischen Störungen (ICD-10, F3 und F4).

Es sind verschiedene Blickwinkel mit einzubeziehen:

1. die aktuelle Paarsituation:

- Phasen der Beziehung, Familiengründung, die Bedeutung von Kindern für das Paar,
- Umgang mit Bedürfnissen, Nähe und Distanz, Macht und Abhängigkeit,
- Lust und Liebe, Sexualität und Spiritualität, Zärtlichkeit und Leidenschaft,
- Trennung und Scheidung, Aufbruch und Verlassen werden, Abschied in der Lebensmitte

2. der psychodynamische Hintergrund:

In kaum einem anderen Bereich unseres Lebens überschneiden sich die Grundmuster, die wir in unserer Herkunftsfamilie erworben haben, mehr mit den Themen der Gegenwart und unbewussten Blockaden.
Dabei ist es eine interessante Tatsache, dass wir die grundlegenden Überzeugungen und Vorbilder bereits erwerben, während wir noch gar nicht in der Lage sind, selbst diese Dimension zu leben.

3. die Übertragungssituation:

- Welche Gegenübertragungsgefühle löst ein Klient aus?
- Welche Reinszenierungen sind in der therapeutischen Situation wiederzuerkennen?
- Welche Beziehungsgestaltung ereignet sich auf der psychodramatischen Bühne?
- Wie ist mit Widerstand und Abwehr umzugehen?

Die psychodramatisch - tiefenpsychologische Betrachtungsweise ist durch Mehrperspektivität geprägt, die die obengenannten Aspekte zueinander in Beziehung setzt und so zu einer tieferen Wahrnehmung verhilft, Sackgassen verdeutlicht und Störungen überwinden hilt.
Dabei werden wir mit allen drei (Bühnen-)Ebenen arbeiten.

Zusätzlich wird die konzeptionelle Ebene mit einbezogen: Arbeit an Gefühls- und Selbstanteilen. Träume, Fantasien, sozio- und axiodramatische Bilder, Rollen und Archetypen können ebenso thematisiert werden, wie die sinnstiftende Bedeutung von Liebe, Partnerschaft und Sexualität. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbindung der verschiedenen Elemente.

Kein anderes Verfahren ist so geeignet, Beziehung zu thematisieren und zu inszenieren. Die Bühne bietet einen Raum, der der Alltagsrealität sehr nahe kommt, ohne die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, direkt tragen zu müssen. So können verschiedene Verhaltensvarianten im Probehandeln erforscht und entwickelt werden.

Termin

Freitag06. März200919:00 - 22:00
Samstag07. März200910:00 - 20:00
Sonntag08. März200910:00 - 15:00

Zielgruppe

Dieses Seminar richtet sich an:

  • Fachkräfte psychosozialer Arbeitsfelder
  • Supervisor*innen, Coaches, Trainer*innen

Voraussetzung

Vorerfahrungen mit Psychodrama oder mindestens ein Jahr Weiterbildung in einer anderen Psychotherapiemethode.

Anrechenbarkeit

Kosten

Kursgebühr 200 €

Ort

Die Veranstaltung findet in Hamburg statt.

ISI - Institut für Soziale Interaktion
Bei der Christuskirche 4
20259 Hamburg

Literatur

Lutz, Wolfgang (Hg.)
Lehrbuch der Paartherapie (2006)

Moreno, Jakob Levy
Gruppenpsychotherapie und Psychodrama. Psychodrama einer Ehe. S. 150 - 200. (1997)

Trinkel, Gerda
Psychodrama in der Paarberatung. In: Fürst/Ottomeyer/Pruckner (Hg.) (2004): Psychodramatherapie. (2004)

Von Ameln, Falko | Gerstmann | Kramer, Josef
Psychodrama: Grundlagen. (2014)

Willi, Jürg
Psychologie der Liebe (2005)

Flyer

Bemerkungen

Dieses Seminar ist auch als Einzel-Seminar zu buchen.

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