Mitmischen: Das ISI Forum bietet die Möglichkeit sich auszutauschen.
Zum Forum...
ISI auf Facebook

Psychodrama in der Anwendung bei Persönlichkeitsstörungen (Schwerpunkt Borderline-Störung)

Kursleitung
Drumi Dimtschev, Hameln

PT 1.3
In diesem Seminar werden wir uns mit den so genannten frühen Störungen beschäftigen und den daraus abgeleiteten Persönlichkeitsstörungen.
"Die erste Begegnung, die ich versuchte, war die mit einem Kind“ schreibt Moreno in seiner Autobiographie. Zur gleichen Zeit versuchte Freud seelische Pathologie Erwachsener in Zusammenhang mit kindlichen Traumatisierungen und Fixierungen auf früheren Entwicklungsstufen zu bringen. Trotzdem hat es sich die Psychoanalyse schwer gemacht, das frühkindliche Erleben direkt zu erforschen und in ihre Theoriebildung zu integrieren. Lange Zeit galt der rekonstruierte Säugling, d.h. die durch Analyse Erwachsener gewonnenen Erkenntnissen über das seelische Innenleben des Kleinkindes als maßgebend. Schon durch R. Spitz, D. Winnicott und M. Mahler, aber insbesondere durch eine Reihe Forscher der 80er und 90er Jahre kündigte sich ein starkes Interesse für den sogenannten direkt beobachteten Säugling an. Durch Anwendung kreativer Forschungsmethoden wurde u. a. unübersehbar, dass der Säugling keinesfalls ein Autist, sondern ein kompetenter Kommunikationspartner ist, der nicht nur Erwachsene braucht, sondern selbst an einem gegenseitigen Austauschprozess aktiv beteiligt ist. "Die Macht der Triebe" verlor an Bedeutung, dafür aber wurde die Wichtigkeit der Bindung als Motivationskraft deutlich. Zur Schlüsselfrage wurde, wie sich frühe zwischenmenschliche Erfahrungen in unserer "inneren Welt" abbilden (repräsentieren), um sich später in einem impliziten (daher auch unbewussten) Kontext zu aktualisieren? Es wurde also deutlich, dass wir frühe Erfahrungen auch im Erwachsenenleben unbewusst nutzen und daher z.T. lebenslang "Säuglinge" bleiben.

So könnte die Persönlichkeitsstörung als ein einseitiges, sich perpetuierendes zwischenmenschliches Verhalten verstanden werden. Andererseits bedeutet diese Erkenntnis, dass wir auch im späteren Leben (wie Säuglinge) die Chance haben, neue zwischenmenschliche Erfahrungen zu machen und diese innerlich zu repräsentieren.

Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung (sog. Borderline) als ein „Paradebeispiel“ ist Objekt verschiedener Forschungsansätze geworden. Insbesondere die sog. Mentalisierung basierte Therapie nach P. Fonagy et al. hat ein breites Interesse gefunden.

Die Erkenntnisse der Säuglingsforschung bestätigen einerseits unsere psychodramatischen Erfahrungen, bieten aber eine neue Chance zu weiterer theoretischer Differenzierung und therapeutischer Ausweitung unserer Methode.
In diesem Seminar werden strukturierte psychodramatische Techniken und Vorgehensweisen angeboten, die im Laufe des Seminars eingeübt und unmittelbar in die eigene Praxis angewendet werden können.

Termin

Freitag16. März201217:00 - 21:00
Samstag17. März201210:00 - 20:00
Sonntag18. März201210:00 - 15:00

Zielgruppe

Dieses Seminar richtet sich an:

  • Ärztliche und Psychologische Psychotherapeut*innen
  • Fachkräfte therapeutischer Teams
  • psychosoziale und psychologische Berater*innen
  • Psychotherapeut*innen

Voraussetzung

Vorerfahrungen mit Psychodrama oder mindestens ein Jahr Weiterbildung in einer anderen Psychotherapiemethode.

Anrechenbarkeit

Kosten

Kursgebühr 225 €

Ort

Die Veranstaltung findet in Rinteln statt.

Burghof-Klinik
Ritterstr. 19
31737 Rinteln

Literatur

Flyer

Bemerkungen

Dieses Seminar ist auch als Einzel-Seminar zu buchen.

Zur Übersicht Anmelden