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Die psychodramatische Behandlung der Depression

Kursleitung
Drumi Dimtschev, Hameln

Depressionen haben eine weite Verbreitung und gelten heute als eine „Volkskrankheit“. Viele unserer depressiven Patienten glauben, alles für Andere gegeben zu haben, sich aber dadurch nicht reich und zufrieden, sondern beraubt und leer zu fühlen. Das Leitgefühl der Depression ist mit tiefster Verbitterung, Enttäuschung und Hilflosigkeit verbunden. Als Therapeuten oder Berater spüren wir in der Ausstrahlung solcher Klienten den eher unbewussten Wunsch nach Wiedergutmachung: jetzt bin ich auch mal dran und ich möchte möglichst sofort alles kriegen. Aus Hoffnung wird eine neue Enttäuschung und der Kreislauf führt immer mehr in die Tiefe.
Durch die Untersuchung der Störung werden die mächtigen Triebfedern unserer Psyche erkennbar: unsere Grundbedürfnisse. Das Bedürfnis nach Bindung und Geborgenheit ist tief in unserer Natur eingeprägt und bildet die Grundvoraussetzung, auf dieser Welt zu existieren. Sichere Bindung ist auch die Voraussetzung dafür, dass wir das bekommen, was wir brauchen: Geborgenheit, Wärme, körperliche Zuwendung, Nahrung usw. Wenn die basale Sicherheit bedroht ist, empfinden wir Angst. Wenn aber unsere emotionale Versorgung nicht ausreicht, entstehen komplexere Gefühle: wir erleben, zu kurz gekommen zu sein, das macht uns ärgerlich und neidisch auf andere, die das haben, was wir selber brauchen.
Das Kind, das sich als zu kurz gekommen erlebt, befindet sich auf einem Entwicklungsstadium, wo es deutlich wahrnimmt, dass seine emotionale Versorgung nur durch die Bindung an ein Objekt entstehen kann. Daher versucht es, die den Anderen bedrohenden Gefühle in Zaum zu halten: anstatt aggressiv zu werden und zu fordern wird das Kind übersozial: es unterstützt die versorgende Person, um selbst irgendwann dran zu kommen. Es entsteht die Fantasie: ich muss zunächst etwas leisten, um erst dann die Liebe, die Zuwendung und die Belohnung zu bekommen. Typisches Beispiel hierfür ist das Märchen die Sternentaler: wenn ich zunächst (selbstlos und ohne Berechnung) alles abgebe, werde ich später reichlich belohnt. Dieses Muster setzt sich auch im Erwachsenenalter fort.
Im Denken und in der Praxis des Psychodramas stehen internalisierte und real gelebte zwischenmenschliche Beziehungen stets im Mittelpunkt. Begriffe und Konzepte wie soziales Atom, Tele, Interpsyche, Rollentheorie usw. bilden hierfür den theoretischen aber auch den therapeutischen Rahmen. Psychodrama bietet eine sehr effektive Methode an, internalisierte Beziehungsmuster im Realraum der Psychodramabühne zu präsentieren, zu klarifizieren, zu erforschen und zu verändern.
In diesem Seminar bietet sich die Gelegenheit strukturierte psychodramatische Vorgehensweisen bei depressiven ´Themen` in Form von ´Vignetten` zu üben und eigenes Wissen und Können auf der Psychodrama-Bühne zu erweitern.

Termin

Freitag10. Juli201518:30 - 21:00
Samstag11. Juli201509:00 - 20:00
Sonntag12. Juli201509:00 - 14:30

Zielgruppe

Dieses Seminar richtet sich an:

  • alle Interessierten
  • Fachkräfte psychosozialer Arbeitsfelder
  • psychosoziale und psychologische Berater*innen
  • Psychotherapeut*innen

Voraussetzung

keine

Anrechenbarkeit

Akkreditierung

Dieses Seminar ist mit Bescheid 2767202014003230009 vom 09.12. 2014 von der Psychotherapeutenkammer Hamburg akkreditiert worden: 19 Punkte (9 FP Kategorie Kenntniserwerb und 10 FP Kategorie Reflexion)

Kosten

Kursgebühr 240 €

Ort

Die Veranstaltung findet in Hamburg statt.

ISI - Institut für Soziale Interaktion
Bei der Christuskirche 4
20259 Hamburg

Literatur

Flyer

Bemerkungen

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Dieses Seminar ist auch als Einzel-Seminar zu buchen.

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