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Kursleitung
Drumi Dimtschev, Hameln
PT 1.4
Enge Mitarbeiter von J. L. Moreno und insbesondere seine Ehefrau Zerka haben immer betont, dass Psychotiker seine „Lieblingspatienten“ waren. Insbesondere in der Arbeit mit psychotischen Bildern fand er ein breites Feld zur Verwirklichung seiner grundlegenden Ideen.
Moreno war überzeugt, dass unsere Spontaneität das Prinzip ist, was uns stets zu neuem, aber auch angemessenem zwischenmenschlichen Verhalten befähigt und Begegnungen schafft. Spontaneität verband er mit der Offenheit eines Kindes, die Welt zu erforschen und zu erobern: „ Wenn ich ein Kind anschaue, sehe ich ja, ja, ja. Die Kinder müssen das Ja-Sagen nicht lernen“. Das Prinzip der Spontaneität wird durch „die formende Substanz“ der Kreativität ergänzt, die (auch innere) Strukturen schafft. Dagegen sah er bei den Psychotikern eine „pathologische“ Spontaneität, die einer ebenfalls pathologischen Kreativität Vorschub leistet, wodurch Phänomene wie Wahnbildungen, Halluzinationen und Realitätsverzerrungen entstehen. Dabei stehen auch hinter den Symptomen verzerrte Rollenrepräsentationen und verinnerlichte Teilobjektbeziehungen, die teilweise durch Entwicklungsdefizite entstanden sind.
Die Therapie der Psychosen sah er in ihrem Kern in der Gesundung der Person. Ein literarisches Beispiel fand er viele Jahre später bei Goethe im Singspiel „Lila“. Auch da wird das Grundprinzip deutlich: Ein Psychotiker braucht eine Hilfsich-Welt, um wieder eine stabilere Beziehung zu seiner Umwelt entwickeln zu können und seinen seelischen Binnenraum zu festigen. Dabei gilt der Grundsatz: ein Psychotiker braucht ein aktives Vorgehen: er kann nicht nur „aus eigener Kraft“ wieder den Zugang zur „realen“ Umgebung finden.
Heute wissen wir als Psychiater einiges mehr über Psychosen, z.B. dass diese auch durch biologische Faktoren mit bedingt sind und eine medikamentöse Behandlung erfordern. Wir wissen aber auch, dass auch Psychotiker durch geeignete psychotherapeutische Zuwendung zu einer deutlichen Verbesserung z. B. ihrer sozialen Kompetenzen und dadurch zu Reduktion ihres Leidens fähig sind.
Psychodrama hat ein breites technisches Instrumentarium, das heute in einem „kleineren Rahmen“ in Diagnostik und Behandlung insbesondere von prä-psychotischen Patienten anwendbar ist. Psychotherapie von Prä-Psychosen erfordert dabei ein „Fingerspitzengefühl“ und das Wissen von Kontraindikationen: was darf ich als Therapeut nicht tun.
Auch in diesem Seminar ist das Ziel, den Teilnehmern über Demonstration und eigene Übung handfeste psychodramatische Vorgehensweisen für die eigene Praxis „zum Mitnehmen“ anzubieten.
| Freitag | 04. Mai | 2012 | 17:00 - 21:00 |
| Samstag | 05. Mai | 2012 | 10:00 - 20:00 |
| Sonntag | 06. Mai | 2012 | 10:00 - 15:00 |
Dieses Seminar richtet sich an:
Vorerfahrungen mit Psychodrama oder mindestens ein Jahr Weiterbildung in einer anderen Psychotherapiemethode.
Kursgebühr 225 €
Die Veranstaltung findet in Rinteln statt.
Burghof-Klinik
Ritterstr. 19
31737 Rinteln
Dieses Seminar ist auch als Einzel-Seminar zu buchen.
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